Es war der Traum, der mir keine Ruhe ließ: ich wollte noch einmal nach Schleswig-Holstein. Nachdem ich ein paar Jahre zuvor zur Kur in Schönhagen gewesen war und die Ostsee im Winter erlebt hatte, lockte mich das wunderschöne Land mit aller Macht. Es war schon etwas Besonderes gewesen, die aufbrausenden Wassermassen, getrieben vom Nordwind, bei einer Temperatur von – 8°C zu erleben. Man fühlte sich wie in einem Gefrierschrank und glaubte, kaum etwas anzuhaben. Dabei war ich mit mehreren Schichten Kleidung geschützt, trug eine Daunenjacke und unter der Kapuze ein Stirnband. Im Radio sagte man damals: gefühlte Temperatur -15°C.
Aber nun stand die Planung für den Sommer an. Ich wollte gerne wie damals die Küste auf - und abwandern, an der flachen Küste nach Norden in Richtung Militärstützpunkt Olpenitz, der an der Schleimündung liegt, nach Süden über die Steilküste in Richtung Damp marschieren. Die Steilküste hatte es mir damals besonders angetan. Wind und Regen hatten der Küste ein ganz zerklüftetes Aussehen beschert. Und wenn man kein gutes Schuhwerk anhatte, geriet man bei Nässe leicht in Gefahr zu rutschen. Ein spezieller Nervenkitzel war es, daher zu gehen, wo man genau erkennen konnte, dass der Boden Risse bildete, das Erdreich abbrach, die Wanderer sich bereits einen neuen Pfad durch das Winterfeld getreten hatten.
Es sei wie es sei. Jedenfalls gab es für mich mehr als einen Grund, noch einmal in die Nähe dieser wunderschönen Küste zu kommen, einen Urlaub ganz nah an der Ostsee, und den diesmal im Sommer, zu genießen. Es kostete einiges an Überzeugungsarbeit, denn Werner meinte, dort sei es doch auch im Sommer kalt und in der Ostsee schwimmen käme für ihn überhaupt nicht in Frage. Für ihn schien der Norden Deutschlands auch im Sommer kalt wie an den Polkappen zu sein. Aber da auch er von Reisegesellschaften (siehe Urlaube im letzten Jahr) noch immer die Nase voll hatte, war er doch irgendwann dazu bereit, sich auf das Abenteuer Schleswig-Holstein einzulassen. Wir ließen uns einen Prospekt von Kappeln schicken, in dem eine ganze Menge von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und -häusern zu finden waren. Und dann sahen wir in der Rhein-Zeitung ein klitzekleines Inserat, dass unsere Aufmerksamkeit auf sich zog: Ferienwohnung in Steinfeld, nahe der Schlei und genau zwischen Schleswig und Kappeln gelegen, Gartenmitbenutzung, große Terrasse und Grill. Der Preis war sehr günstig und so riefen wir die Nummer an, die dort stand. In der Zeit, die wir uns ausgedacht hatten, war tatsächlich noch frei. Und so entschieden wir uns, drei Wochen Urlaub dort zu verbringen. Am 02. Juli 2005 ging es morgens um 6.25 Uhr los, nachdem wir unseren Kombi vollgepackt hatten mit Kleidung und allem, was wir so in einer Ferienwohnung haben mussten oder wollten. Die ganze Woche zuvor hatten wir in Koblenz hochsommerliche Temperaturen. Und jeder, dem wir erzählten, dass wir in Deutschland Urlaub machen würden, glaubte, dass wir auch dort im Norden schönes Wetter hätten. Natürlich wünschten wir uns das sehr. Die Vorstellung, bei Regen und Kälte drei Wochen in einer Ferienwohnung zu sitzen, ist einfach zu grauslich. Aber der Wetterbericht versprach uns nicht den Sommer, den wir uns erträumt hatten. Von einem Tag zum anderen fielen die Temperaturen um 10 ° C. Also vertrauten wir einfach auf unser Glück.
Samstag, 02. Juli 2005
1. Urlaubstag
Die Fahrt war ohne Stress und einfach nur schön. Wir machten mehrere Pausen, vertraten uns die Füße und tranken etwas. Gegen 14.00 Uhr erreichten wir unser Ziel. Wie telefonisch verabredet, lag der Schlüssel für die Wohnung für uns bereit und wir packten unsere Siebensachen aus. Der Vermieter kam kurz darauf und begrüßte uns ganz herzlich. Schon am Telefon erschien mir sein Dialekt zwar nordisch, aber nicht so nordisch, wie ich ihn schon gehört hatte. Und dann erzählte er uns tatsächlich, dass er aus Mayen stamme, aber bereits seit 30 Jahren im Norden lebe. Im Kühlschrank standen zwei kleine Fläschchen mit alkoholischem Inhalt zum Empfang, über die wir uns riesig freuten.
Nachdem wir alles ausgepackt und verstaut hatten, machten wir uns gleich auf den Weg, um die nähere Umgebung zu erkunden. Da wirkte wohl eine Zauberhand, die uns nach Schönhagen zog. Bei strahlendem Sonnenschein konnte Werner alles ansehen, von dem ich seit Jahren träumte, redete, und er konnte meine Begeisterung verstehen. Wir standen vor der Ostsee, sahen nach links und ganz in der Ferne den Marinestützpunkt Olpenitz. Nach rechts ging es über die Steilküste in Richtung Damp. Aber das konnten und wollten wir nicht gleich am ersten Tag alles erleben. Schließlich hatten wir dafür drei Wochen Zeit. Also fuhren wir erst mal in Richtung Kappeln. Da wir eine Ferienwohnung gemietet hatten, mussten wir noch ein paar Einkäufe erledigen. Kappeln hat, wie die meisten Städte, im Vorstadtbereich die üblichen Ketten wie Aldi, Lidl usw.. Dort deckten wir uns erstmal ein, bevor wir das hübsche Städtchen an der Schlei besuchten. Es ist der Ort Dekelsen der Fernsehserie "Der Landarzt", von dem noch immer neue Folgen gedreht werden. In der Stammkneipe des Landarztes sind wir natürlich auch drin gewesen, obwohl es dort ein bisschen teurer war, als in der übrigen Gastronomie. Da bezahlt man halt die Berühmtheit mit.
Kappeln hat einen Nord- und einen Südhafen. Dort fahren Schiffe die Besucher die Schlei bis Schleswig oder bis Schleimünde, wo die Schlei in die Ostsee fließt. Wir nahmen uns vor, auch einmal eine solche Fahrt mitzumachen. Aber erst einmal spazierten wir bergauf-bergab durch den Ort, dessen Gassen mit Steinpflaster versehen sind. Wenn nun jemand staunt, wenn ich schreibe: bergauf-bergab, dann muss ich vielleicht erklären, dass die Schlei kein Fluss, sondern ein Meeresarm, ein Fjord ist, der durch die letzte Eiszeit entstanden ist. Und wenn man an die norwegischen Fjorde denkt, begreift man schnell, dass es auch in Schleswig-Holstein zumindest hügelig sein kann und nicht platt, wie man vielleicht denken könnte. Rechts und links der Gassen Backsteinhäuser, die mit Blumen geschmückt sind oder vor denen Rosenstöcke stehen, die zu dieser Jahreszeit in vollster Blüte stehen, so dass bei jeder leichten Brise ein zarter Rosenduft durch die Gassen zieht. Kappeln hat eine Brücke, die über die Schlei führt. Und sie ist so niedrig, dass ein normal gewachsener Mann, der unter ihr auf dem Fussweg hindurch geht, regelrecht stützen könnte. Es ist eine Klappbrücke, die immer von Viertel vor bis zur vollen Stunde aufgeklappt wird, damit die vielen Schiffe, vor allem Segler, auf der Schlei weiterfahren können. Ein Café am Ende der Fussgängerzone, "Zur alten Schmiede", hat die beste Käsesahne, die wir seit Jahren gegessen haben. Seitdem ich sie damals probiert hatte, schwärmte ich davon und meinte, es müsse die beste Käsesahne der Welt sein. Sie schmeckt einfach himmlisch. Man bietet dort verschiedene Teesorten an, die lose in speziellen Beutelchen serviert werden. Das kochende Wasser bekommt man extra in Kännchen auf Stövchen dazu gestellt, und natürlich auch die Kluntjes und Teesahne. Und dann kann man zelebrieren.
Sonntag, 03. Juli 2005
2. Urlaubstag
Wir hatten eine ruhige Nacht gehabt. Obwohl die Ortsstraße durch die Dörfer Richtung Schleswig führte, war in den Nachtstunden so gut wie kein Verkehr auf der Straße. Mit einem leckeren Frühstück gestärkt fuhren wir Richtung Damp. Dabei wählten wir die Strecke über Lindaunis. Der Name kam uns irgendwie bekannt vor. Und wir staunten, dass es auch hier und nicht nur am Bodensee einen Ort namens Lindau gibt. Und bei Lindaunis gibt es dann eine kuriose Brücke, ein Brückchen, über die Schlei, über die entweder ein Zug fährt, oder jeweils nur in einer Richtung die Fahrzeuge, die von der einen auf die andere Seite wollen und sich durch die Ampelanlage schleusen lassen. Und zwischendurch ist auch hier wie in Kappeln immer von viertel vor bis volle Stunde die Brücke hochgeklappt. Langsam fuhren wir über die wieder einsatzbereite Brücke, vorbei an vielen Feldern, auf denen das Getreide immer blonder wurde, nach Damp. Die riesig in die Landschaft ragenden Gebäude der Kurklinik hatte ich auch damals im Winter schon kennen gelernt. Wir parkten auf einem kostenlosen Parkplatz in der Nähe der Klinik. Eigentlich hätten wir den kleinen Zubringerbus nehmen können, auf den einige Leute an der Haltestelle warteten. Aber wir genossen die Sonne und marschierten über Straßen und Wege, an kleinen Ferienhäusern und einer Kirche vorbei zum Strand. Hier muss keine Kurtaxe gezahlt werden, was uns angesichts des gepflegten Strandes sehr verwunderte. Wir fanden automatisch den Weg für unsere Wanderung in Richtung Schubystrand. Dort gibt es einen großen Campingplatz und ein kleines Restaurant, in dem sich manch ein Camper das Mittagessen, das Speiseeis oder den Salat holt. Eigentlich wollten wir dort nur eine Kleinigkeit trinken. Aber die Speisekarte war voller leckerer Kleinigkeiten. Und so bestellten wir uns zwei verschiedene Aufläufe, die beide sehr lecker schmeckten. Ja, und dann mussten wir die Kalorien wieder abwandern und machten uns auf den Rückweg nach Damp.
Montag, 04. Juli 2005
3. Urlaubstag
Heute wollten wir den flachen Strandweg in Richtung Olpenitz gehen, bis zum Restaurant Lobster, in dem ich schon früher einmal sehr gut gegessen hatte. Und die Qualität hatte sich nicht verändert. Zudem hat man von dort einen herrlichen Blick auf die See. Dort beginnt auch der Hausstrand von Kappeln (Weidefeld). Wir traten den Rückweg an, gingen durch den festen Sand, den das Wasser gerade so überspült und suchten mit Blick nach unten nach Steinen. Dabei merkten wir nicht einmal, dass wir entlang des FKK-Bereiches oder des Hundebereiches unterwegs waren. Und da uns auch niemand darauf ansprach, setzten wir ungestört und ohne andere zu stören unseren Weg durch das in kleinen Wellen anlandende Wasser weiter.
Warum nur hatten wir uns mit der Schleinähe als Ferienwohnort zufrieden gegeben, dachten wir am dritten Urlaubstag, wenn wir doch sowieso jeden Tag zur Ostsee fuhren? Sicher, die Preise dort in Strandnähe waren etwas höher. Aber dafür hätten wir auch die Spritkosten eingespart. Na ja, vielleicht ein anderes Mal.
Dienstag, 5. Juli 2005
4. Urlaubstag
Nun waren wir also wieder einmal in die Richtung Schönhagen unterwegs, wollten heute über die Steilküste bis Schubystrand wandern. Dann hätten wir zumindest schon mal die Strecke zwischen Olpenitz und Damp hin und zurück erwandert. Wieder war das Wetter ungeheuer schön. Zwar gab es immer mal wieder ein paar dunkle Wolken am Himmel. Aber sie behielten ihre Wassermenge oben. Wir stellten also den Wagen wieder in Schönhagen ab und begannen unsere Wanderung an der Steilküste.
Seit meinem letzten Spaziergang über die Steilküste war ein großes Stück Feld Opfer von Wasser und Wind geworden, und ich machte mir so meine Gedanken, ob der arme Bauer, der in jedem Jahr einen Teil seines Feldes durch die Natur verlor, und ein weiteres Stück dadurch, dass die Leute einfach einen neuen Weg durch sein Feld bahnten, überhaupt eine Entschädigung erhalten würde für den Verlust seines Bodens. Große Buchten hatten sich in das Feld gefressen. In den steilen Wänden hatten Schwalben ihre Nester gegraben und flogen ein und aus. Ehe wir uns versahen, waren wir schon auf der Höhe des Schwansener Sees. Er gehört zu einem Naturschutzgebiet. Eine riesige Anzahl verschiedenster Vögel brüten hier. Der Naturschutzbund hat ein Haus errichtet und einen Schaukasten dort aufgestellt, in dem die Eier von den unterschiedlichsten Vögeln zu sehen sind. Wir wanderten weiter, immer auf dem wunderschönen Wanderweg, der am Meer entlang führt, und beschlossen, noch einmal in dem Restaurant auf dem Campingplatz einzukehren. Auch diesmal schmeckte es uns gut. Wind kam auf, verscheuchte einige der Regenwolken. Wir konnten draußen sitzen bleiben. Als wir gesättigt waren, marschierten wir an großen Feldern vorbei zurück nach Schönhagen. Gerade, als wir im Wagen saßen, begann es leicht zu tröpfeln. Aber das tat dem schönen Tag keinen Abbruch. Wir waren schon bald wieder in unserem Urlaubszuhause und fühlten uns ganz wohl.
Mittwoch, 06. Juli 2005
5. Urlaubstag
Wir fuhren über Kappeln an den Strand von Weidefeld. Die Badesachen waren dabei und wir freuten uns schon auf den Sandstrand und ein Bad im Meer. So warm hatten wir die Ostsee noch selten erlebt und blieben eine ganze Weile im Wasser. Am Strand lagen viele und grillten sich wie die Brathähnchen. Die Sonne brannte vom Himmel wie in Südeuropa. Kaum war man wieder aus dem Wasser, brannte sie so sehr auf die Haut, dass wir uns schnell mit Creme und T-Shirt schützten. Aber wir hatten keinen Sonnenschirm mitgenommen (wer rechnet denn an der Ostsee mit so einem Superwetter, so Originalton Werner), und hielten es deshalb leider nicht sehr lange dort aus.
Donnerstag, 07. Juli 2005
6. Urlaubstag
Wir hatten uns vorgenommen, in unserem Urlaub viel anzusehen, viel zu erwandern. Deshalb fuhren wir kurzentschlossen nach Eckernförde. Wir fanden einen sehr günstig gelegenen Parkplatz, der eine direkte Anbindung zur Altstadt hat. Saubere Backsteinhäuser säumten eine Geschäftsstraße. Wir spazierten durch Straßen und Gassen bis zum Hafen. Neben dem Hafengelände entdeckten wir einen wunderschönen Strand. Eine sehr schön angelegte Strandpromenade führte an Appartement-Häusern vorbei. Dort müßten wir jetzt eine Wohnung gemietet haben, kam uns in den Sinn. (Ja, sind wir denn nie zufrieden?) Dann hätten wir das Meer und den herrlichen Sandstrand direkt vor der Nase, brauchten nur mit den Badesachen gleich aus dem Haus zu gehen. Ach ja, Träume. Wahrscheinlich könnten wir uns eine solche Ferienwohnung sowieso nicht leisten. Und nun waren wir als Besucher hier und durften uns den Ort und seinen schönen Strand ansehen. Langsam gingen wir wieder in den Ort zurück und fanden ein alteingesessenes Cafe´, in dem wir uns gemütlich niederließen. Durch die Hauptgeschäftsstraße gingen wir den kurzen Weg zum Parkplatz zurück, um uns wieder auf den Weg nach Steinfeld zu machen. Dabei wählten wir diesmal die Strecke über Missunde und setzten mit der Fähre über die Schlei. Unterwegs in Eckernförde hatten wir uns etwas zum Grillen gekauft. Der Grill auf der Terrasse stand uns zur Verfügung und wir nutzen ihn gerne. Dazu Weißbrot, Salat und einen guten Wein. Herz, was willst du mehr?
Freitag, 08. Juli 2005
7. Urlaubstag
Wir entschlossen uns, von Kappeln aus mit dem Schiff nach Schleimünde zur Lotseninsel und zurück nach Kappeln zu fahren. Das entsprechende Schiff hatten wir uns schon ausgeguckt und gingen zielstrebig vom kostenlosen Parkplatz in Kappeln zur Schlei. Die Sonne verwöhnte uns mal wieder. Obwohl es noch früh am Tag war, brauchte man keine Jacke. Und nach Regen sah es schon gar nicht aus. Wir staunten jeden Tag auf's neue über das „Kaiserwetter“. Das Schiff legte pünktlich vom Nordhafen in Kappeln ab und tuckerte schön langsam, damit man die Natur am Ufer auch sehen konnte, Richtung Masholm. Dabei sahen wir einige Schwäne auf der Schlei, die noch beim Frühstück waren. Einige Jugendliche hatten am Ufer ein Zelt aufgestellt und winkten uns zu. Reiter galoppierten auf dem Uferweg. Eine riesige Menge von Vögeln formierten sich über uns, flogen eine Runde, waren verschwunden, tauchten wieder auf. Der Schiffsverkehr wurde stärker, als wir uns dem Meer näherten. Segeljachten kreuzten unseren Wasserweg. Bei einer Jolle hatte man fast Angst, dass unser Schiff es rammen könnte. Die Insassen hatten noch kein Segel gesetzt, bemühten sich, den Motor anspringen zu lassen. Wir kamen näher und näher. Der Motor wollte wohl nicht. Sie zogen schnell das Segel hoch, setzten ihr Boot in den Wind und entkamen einem Zusammenstoss nur knapp. Wir dachten, dass der Kapitän unseres Schiffes sicher täglich solche Manöver beobachten könnte und daher so gute Nerven hätte. Wer sich in seiner Fahrrinne bewegt, muss wohl beweglich sein. Das Schiff legte an der Lotseninsel an. Hier gab es ein paar Schwäne am Steg, die auf kleine Leckerbissen der Touristen warteten. Ansonsten konnte man über rund gewaschene Steine am Meer entlang laufen. Die Steine faszinierten uns immer wieder. Alleine die verschiedenen Farbtöne: blau, blau-weiß, grün, rosa. Und dann gab es natürlich auch dort die Glückssteine, Hühnersteine, die ein natürlich entstandenes Loch hatten, durch die man eine Kordel ziehen könnte, um sich zu Hause das Glück zu erhalten oder es anzuziehen. In einigen der Steine konnte man Überreste von Trilobiten erkennen.
Auf der Rückfahrt nach Kappeln bot man uns auf dem Schiff einen Apfelsaftgrog an. Den mussten wir probieren und waren vom Geschmack ganz begeistert. Einfach nur lecker. Wir kamen pünktlich zum Mittagessen in Kappeln an. Bei der Einfahrt in den Nordhafen hatten wir die Aalräucherei AAA gesehen und uns entschlossen, dort zu essen. Und es war sehr lecker, was wir dort bekamen. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir dort aßen.
Samstag, 09. Juli 2005
8. Urlaubstag
Nun zog es uns nach Nordosten. Die Fahrt ging in Richtung Hasselberg, Kronsgaard, Golsmaas. Wir wollten zum Strand von Nieby, stellten dann aber fest, dass es zwei Orte mit gleichem Namen in nicht zu weiter Entfernung voneinander gab. Dadurch hatten wir uns verfahren. Aber das machte überhaupt nichts aus. Das Wetter war wie gehabt einfach traumhaft. Wir wanderten stundenlang am Strand entlang und fanden u.a. ein altes Gut, das Gut Oehe. Ein Spazierweg führte im Schatten von Bäumen um das Gut herum ans Meer. Es war ganz still dort, nur Vögel ließen ihre Stimmen hören. Müde vom vielen Wandern fuhren wir am späten Nachmittag wieder zurück nach Steinfeld. Aber wir wollten in diesem Bereich Schleswig-Holsteins noch mehr sehen und nahmen uns das für den darauf folgenden Tag vor.
Die Abende auf der großen, überdachten Terrasse waren einfach gemütlich. Die Holzstühle, auf die wir dicke Polster legen konnten, waren äußerst bequem. Unser Blick ging auf ein Stück vom Garten, aber vor allem auf die unverbaute Natur. Ein riesiges Feld mit Getreide, das im Laufe der Woche immer blonder geworden war, zog unseren Blick auf sich. Und dann waren da die kaum zu beschreibenden Sonnenuntergänge. Wir saßen nur da und genossen still Gottes schöne Welt und dankten dafür, dass es uns so gut ging.
Sonntag, 10. Juli 2005
9. Urlaubstag
Unsere Fahrt ging in Richtung Gelting. Wir wanderten eine kurze Strecke auf dem Wanderweg, der am Meer entlang führt, bei Wackerballig. Der Strand war nicht so einladend für uns, auch deshalb, weil Hundebesitzer ihre Haustiere über den schmalen Strand laufen lie�n. Also wanderten wir nur und gingen zum Mittagessen in das Hafenrestaurant. Anschließend fuhren wir nach Nieby, von dem wir uns einen schönen Strand versprochen hatten. Der Parkplatz war voller Fahrzeuge. Da musste es doch schön sein! Doch wir waren etwas enttäuscht. Der Strand lag voller Muschelschalen, nicht gut für uns, da wir unsere Badeschuhe mal wieder in Koblenz gelassen hatten. Und dabei kam uns in den Sinn, dass Freunde uns mal in einem gemeinsamen Urlaub gesagt hatten, dass andere Leute auch sch�e Sachen im Keller aufgehoben h�ten (und sie nicht mitn�men). Hahaha! Nun war es uns also wieder mal so gegangen, dass wir etwas nicht mitgenommen hatten, was wir h�ten gut gebrauchen k�nen. Aber hier schwimmen zu gehen, nein. Das war uns das Vergnügen nicht wert, um uns die Füße aufschneiden zu lassen. Die Leute, die ihre Autos auf dem Parkplatz abgestellt hatten, lagen fast alle zum Sonnen auf den besseren Strandabschnitten und nur die Kinder tobten im Wasser, in das man auch hier, wie an vielen Stellen der Küste, weit hineinlaufen konnte. Wir fuhren also weiter auf der Suche nach einem uns genehmen Strand. Wir dachten, dass man in Masholm Bad evtl. schwimmen gehen könnte. Aber der Ort hieß nur so. Zuletzt entschlossen wir uns dann, nach Weidefeld zu fahren. Da kannten wir die Strandverhältnisse, wussten, was uns erwartete. Und endlich waren wir im schönsten, warmen Ostseewasser am wunderschönen Badestrand.
Montag, 11. Juli 2005
10. Urlaubstag
Wieder war das Wetter traumhaft und es schien, als ob es gar nicht anders sein könnte. Wir besorgten uns Strandmatten, obwohl wir mit Sicherheit zu Hause noch irgendwelche aus vergangenen Urlauben liegen hatten. Und dann bot man im Kaufhaus Stolz in Kappeln auch wunderschöne und praktische Badeschuhe an, die wir sofort kauften. So langsam machten die Geschäfte Ausverkauf. Da konnte man wirklich günstig an manches Teil kommen, das man sonst sicher nicht gekauft hätte. Jetzt waren wir für jeden Strand gerüstet. Wir fuhren zum Schubystrand zum Schwimmen. Die Sonne prallte auf uns, und an windstillen Stellen war es fast nicht auszuhalten. Man hatte einen winzigen Parkplatz vor dem großen Campingplatz angelegt, damit die Strandbesucher zumindest irgendwo ihre Fahrzeuge abstellen konnten, ohne in die Felder fahren oder die einzige Zufahrtstraße zustellen zu müssen. Wir gingen über den Campingplatz zum Strand. Das Wasser war warm wie das Mittelmeer. Kaum zu glauben! Und Werner schüttelte ungläubig den Kopf. Das es so warm würde, hätte er sich nicht träumen lassen. Am Mittag fuhren wir wieder zurück nach Steinfeld. Die Luft auf der überdachten Terrasse stand. Es war einfach zu heiß, um sich dort aufzuhalten. Da gab es nur eins. Entweder man suchte sich ein Schattenplätzchen im Garten, oder man ging ins kühle Schlafzimmer. Wir zogen die schönen Liegen in den Schatten der Bäume, legten die Auflagen drauf und ließen es uns gut gehen.
Dienstag, 12. Juli 2005
11. Urlaubstag
Nach einem Einkauf in Süderbrarup (die Getränke mussten mal wieder aufgefüllt werden) verbrachten wir den Tag im Garten. Wozu hatten wir schließlich eine Menge Lesefutter und Spiele mitgenommen. Und mein Malzeug wollte auch mal ausgepackt und die Eindrücke mussten aufgeschrieben werden. Irgendwie hatten wir doch auch mit Regentagen gerechnet. Und die Bücher ungelesen, die Spiele ungespielt, das Mal- und Schreibzeug ungenutzt wieder mit nach Hause zu nehmen, das musste ja nicht sein. Also machten wir auf faul und taten jeder das, wozu ihm gerade war.
Mittwoch, 13. Juli 2005
12. Urlaubstag
Unser Vermieter erzählte uns von einem hübschen Strand an der Schlei in Brodersby-Burg (liegt kurz vor Schleswig, nicht zu verwechseln mit Kappeln-Brodersby). Wir machten uns also auf, den Strand zu suchen. Es ist eine große Bucht mit einem schmalen Sandstrand, einem Grasstreifen und einem Spazierweg. Sogar ein Toilettenhäuschen und Duschen sind vorhanden. Ein paar Bänke stehen auf dem Gras, wo man sich hinsetzen oder auch seine Badesachen deponieren kann. Und so viele Leute waren nicht da, dass man sich um den Platz hätte zanken müssen. In dem Bereich, wo der Sandstrand breit war, lagen einige Familien in der Sonne. Das Wasser der Schlei war noch wärmer als die Ostsee und nicht ganz so salzig. Die Schwebeteilchen im Wasser färbten es trübbraun. (Es erinnerte mich an Rhein- oder Moselwasser.) Und auch hier konnte man, wie in der Ostsee, bis zur Boje, die das Ende des Schwimmbereichs anzeigte, gehen (natrlich auch schwimmen)! Und das alles, ohne in Gefahr zu geraten, dass der Kopf nass würde. Es machte Spass, in dem flachen Wasser.
Donnerstag, 14. Juli 2005
13. Urlaubstag
Da das Wetter sich nicht so richtig entscheiden wollte, ob es nun sonnig würde oder nicht, entschlossen wir uns zu einer Fahrt nach Schleswig. Wir besichtigten den Dom und den Hafen. Ab und zu weinte sich eine kleine Wolke nieselnd aus. Aber der Wind behielt die Oberhand. Deshalb fuhren wir am Nachmittag bei schönstem Sonnenschein nach Bad Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands mit knapp 400 Einwohnern. Die Geschichte sagt, dass Einwohner von Kappeln sich nicht von ihren Herrn versklawen lassen wollten und ein paar Kilometer Schlei aufwärts Arnis gegründet hatten. Sie lebten überwiegend vom Fischfang. Wir parkten außerhalb der Stadt (Durchgangsverkehr gibt es keinen in Arnis) und liefen über gepflasterte Wege an blumengeschmückten Häusern vorbei zur Schlei. Wieder lud ein schön angelegter Weg entlang der Schlei zum Spaziergang ein. Einige Schwimmer betätigten sich ganz sportlich im Wasser, andere lagen oder saßen auf dem Sandstrand. Wir lernten wieder eine der schönsten Buchten mit Badestrand an der Schlei kennen. Nach unserer Wanderung erst in Richtung Schleswig, dann in Richtung Kappeln bis zum Hafen von Arnis, entdeckten wir die "Schleiperle". Wir wollten uns etwas Gutes gönnen und wurden nicht enttäuscht. Unser Menü: Filet von Dorsch und Makrele mit Petersilienkartoffeln und Salat, herrlich garniert mit Krabben usw., Nachtisch ein Bällchen Stracciatella-Eis mit Sahne und Mandarinenscheiben, einfach köstlich, aber viel zu viel.
Freitag, 15. Juli 2005
14. Urlaubstag
Seit Tagen schon fühlte Werner sich nicht wohl, eigentlich von Anfang an nicht. Er hatte keine Lust zum Schwimmen und war oft müde. Nach einer unruhigen Nacht, in der er ziemlich hastig atmete, holte ich das Fieberthermometer raus. Er hatte 39°C Fieber, und das am frühen Morgen. Zum Glück war es noch nicht Wochenende und eine Arztpraxis in Süderbrarup noch offen. Der Arzt verordnete ihm ein Antibiotikum. Am Nachmittag, nachdem er schon einige der Tabletten eingenommen hatte, stieg das Fieber weiter. Der Arzt empfahl mir telefonisch, ein Grippemittel (Paracetamol 500) zu kaufen. Dann würde das Fieber sinken. Ansonsten hätte er Wochenenddienst und ich könnte ihn auch jederzeit anrufen. Das beruhigte mich dann doch. Ich hatte schon die Horrorvorstellung, meinen hochfiebrigen Mann ins Krankenhaus nach Kappeln bringen zu müssen. Werner nahm von dem Grippemittel und verschlief den Rest des Tages und die folgende Nacht.
Samstag, 16. Juli 2005
15. Urlaubstag
Nach der guten Nacht fühlte er sich besser, das Fieber war dank des Medikamentes im Griff. Er fühlte sich fit. Deshalb wollte er nicht "zu Hause" bleiben. Das Wetter hatte sich geändert. Die Luft war kühler, die Außentemperatur am Morgen nur 18 ° C, Wind aus West. Es zog uns mal wieder nach Schönhagen. Während die ganze Zeit Werner den Wagen gefahren hatte, fuhr diesmal ich. Wir wanderten am Meer entlang bis Weidefeld bis zum „Lobster“, tranken am Imbiss eine Cola und wanderten wieder zurück. Kurz vor Schloss Schönhagen gab es am Strand jetzt ein Info-Center. Dort kauften wir uns eine Rad- und Wanderkarte, auf der die Wege um die Schlei eingezeichnet sind, damit wir noch gezielter unsere Wanderungen planen konnten. Vielleicht, je nach Wetter, wollten wir uns doch mal ein Paar Fahrräder mieten, um etwas mehr zu sehen als beim Fussmarsch.
Sonntag, 17. Juli 2005
16. Urlaubstag
Wir hatten uns die Straßenkarte angesehen und Hügelgräber eingezeichnet gefunden. Ja, das wäre doch was, da wollten wir hin. Werner ließ sich wieder von mir kutschieren. Wir fuhren auf den richtigen Straßen in Richtung der eingezeichneten Hügelgräber und suchten dann verzweifelt nach irgendeinem Hinweis, einem Schild, einem Stein mit Beschreibung, wie man denn dort auch hinkommen könnte. Werner wollte mich dirigieren. Aber er fand und fand keinerlei Hinweise auf die Hügelgräber. Wir fuhren rund und rund und rund, immer kleinere Straßen, manchmal waren es sogar Privatstraßen, weil wir glaubten, nur über sie zu den in der Karte angegebenen Hügelgräbern zu kommen. Aber Fehlanzeige. Es gab weder einen Parkplatz noch ein Schild, wonach man die Gräber hätte finden können. Frustriert fuhren wir nach Kappeln, wollten uns mit einem leckeren Käsesahnestück trösten. Aber wieder Fehlanzeige. Käsesahne war ausverkauft, und das, obwohl es nicht mal richtige Kaffeetrinkenszeit war. Es war einfach nicht unser Tag. Wir nahmen uns jeder einen Eisbecher und spazierten anschließend noch einmal durch den Ort. Einige Geschäfte hatten, obwohl es Sonntag war, offen. Bücher lagen in großer Anzahl in einer Gondel. Mir stach sofort ein Buch über die verschiedenen Maltechniken ins Auge. Es war wie so vieles im Preis herabgesetzt und ich musste zuschlagen. Wo bekäme ich wohl ein solches Buch für knapp 10 Euro her? Der günstige Kauf tröstete und entschädigte mich für den ansonsten etwas unglücklich gelaufenen Tag.
Montag, 18. Juli 2005
17. Urlaubstag
Wir wollten einen Spaziergang entlang der Ostseeküste machen und suchten uns einen Weg aus, der als Wanderweg gekennzeichnet war. Unser Start war in Fischleger, das etwas südlich von Damp liegt. Auch hier gibt es eine Steilküste wie in Schönhagen, vielleicht nicht so romantisch und gefährlich. Die Strände dort gefielen uns nicht so gut, bestanden sie doch überwiegend aus Steinen. Aber wir konnten den Weg gut gehen, wenn auch Radfahrer uns immer wieder mal an die Seite drückten, obwohl Rad fahren dort eigentlich nicht erlaubt ist. Wir marschierten bis Waabs und dann wieder zurück. So allmählich meldete sich bei uns der Hunger und wir hielten Ausschau nach einem Lokal. Direkt in Strandnähe (auch ein Campingplatz war ganz nahe) fanden wir ein türkisches Restaurant (Gaststätte Koralle) und bestellten uns Döner Kebab, das uns wunderbar schmeckte. Auf der Rückfahrt unterbrachen wir die Fahrt durch Einkäufe bei Aldi und Edeka. Das ist nun mal das Schicksal, wenn man eine Ferienwohnung gemietet hat und nicht rund um die Uhr versorgt wird. Aber dadurch kamen wir natürlich auch in Genüsse, die wir sonst nicht bekommen hätten. Wir mussten dafür nur Zeit aufwenden, was wir aber gerne taten.
Dienstag 19. Juli 2005
18. Urlaubstag
In der Nacht waren schwere Gewitter über uns hinweg gezogen mit viel Regen. Bei einer morgenlichen Außentemperatur von nur ca. 17 ° C entschließen wir uns, Richtung Flensburg zu fahren. Es ist zwar kühler als noch in der vergangenen Woche, aber es regnet nicht. Die erste Station ist Glücksburg. Wir parken direkt vor dem Wasserschloss und besichten den Außenbereich des Schlosses. Es ist das Stammschloss deutscher und dänischer Könige und besteht seit 400 Jahren. Auf dem künstlich aufgestauten Schlossteich vergnügen sich Blesshühner und Enten. Da der Eingang zum Rosarium nicht direkt vom Schloßpark aus erreichbar ist, sehen wir nur von außen hinein. Der Himmel hat sich wieder ein wenig mit dicken, dunklen Wolken geschmückt und ab und zu fällt mal ein Tropfen auf die Erde. Deshalb sparen wir uns die Besichtigung des Rosariums und fahren weiter nach Flensburg. Wir kommen vorbei am Kraftfahrtbundesamt und einigen Bereichen der Marine. Unser Blick hängt an der Altstadt, die sich plötzlich vor uns auftut. Wir finden direkt einen zentral gelegenen Parkplatz, von dem aus wir nach ein paar Schritten bereits im Altstadtbereich und dem Ende der Flensburger Förde sind. Schwäne werden gefüttert, Enten fühlen sich wohl in der warmen Bucht. Das Wetter hat sich wieder geändert. Auch wenn noch immer schwere Wolken am Himmel ziehen, die Sonne setzt sich durch und läßt alles in einem warmen Licht erscheinen. Nachdem wir einen Teil der Altstadt durchlaufen und die Marienkirche besichtigt haben, fahren wir wieder nach Steinfeld zurück. Kaum sind wir wieder "zu Hause", beginnt es zu regnen. Glück muss man eben haben!
Mittwoch, 20. Juli
19. Urlaubstag
Seit dem Vorabend hatte ich Halsschmerzen. Nicht sehr schlimm, aber zusammen mit dem bisschen Schnupfen störte es mich doch. Und dazu zog mir ab und zu ein Stich ins linke Ohr. Ich versuchte mich mit homöopathischen Mitteln zu kurieren. Seitdem ich wach war, raste der Wind aus Richtung Südwest über Haus und Bäume, die sich bis zur Erde bogen. Zwischendurch donnerte es in der Ferne. Dann wieder prasselte der Regen vom Wind gehetzt auf das Dach und die Terrassenüberdachung. Es wirkte äußerst ungemütlich draußen und wir hatten nicht die geringste Lust, rauszugehen. Von Zeit zu Zeit kam die Sonne heraus, als ob sie mal nachsehen wollte, was wir vorhätten. Gegen 11.00 Uhr kam die Sonne heraus und wir machten uns auf nach Schleswig. Dort liefen wir durch die Altstadt, sahen uns die schönen alten Häuser an und durchstreiften die Fussgängerzonen. Unter anderem sahen wir den Beginn des Wander- und Radfahrweges, der über Süderbrarup nach Kappeln führt. Wir schlossen unseren Besuch der Stadt in einer wunderbar gemütlichen Konditorei ab.
Donnerstag 21. Juli 2005
20. Urlaubstag
Die Stiche im linken Ohr nahmen trotz Behandlung zu. Die Nacht war daher etwas unruhig. Tropfen halfen nicht, erzeugten lediglich das Gefühl, als ob ich taub wäre. Ab Mittag ging es wieder etwas besser. Meine homöopathischen Medikamente schienen allmählich zu wirken. Die ganze Nacht und den ganzen Tag bis ca. 17.00 Uhr hatte es gestürmt und geregnet. Gegen 17.30 Uhr wurde es trocken, die Sonne kam raus und wir entschlossen uns, am vorletzten Urlaubstag mal durch Steinfeld zu spazieren. Auch hier trafen wir auf den Radfahrweg zwischen Schleswig und Süderbrarup. Die Luft schien durch den Regen völlig sauber zu sein und der Spaziergang durch und um den Ort, vorbei an schönen Häusern und Feldern tat uns richtig gut. Anschließend machten wir zum letzten Mal in unserer Ferienwohnung im Kastanienweg 8 unser Abendessen aus den Restbest�den: Brühe mit Backerbsen, als Hauptspeise Tomaten mit Schafskäse überbacken und Weißbrot, dazu ein guter Wein.
Freitag, 22. Juli 2005
21. und letzter Urlaubstag
Unser letzter Urlaubstag in Schleswig-Holstein war angebrochen. Wir hatten uns wohlgefühlt in Steinfeld, auf halber Strecke zwischen Schleswig und Kappeln gelegen. Wenn es auch nicht alles so gelaufen war, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber daran war die Gesundheit schuld. Vieles hatten wir machen können. Wir waren schwimmen und vor allem wandern. Das hatten wir uns vorgenommen. Eigentlich hatten wir auch Räder mieten und damit die Gegend unsicher machen wollen. Aber die vielen Hügel schreckten Werner, der sich wohl von Anfang an nicht gesund gefühlt hatte, davon ab. Und so erwanderten wir die Küste der Ostsee zwischen Eckernförde und Gelting stückweise. Und sie hat uns überall gefallen. Die Schlei lernten wir nun auch besser kennen, nachdem wir sie an einigen Stellen erwandert und mit dem Schiff befahren hatten. An unserem letzten Tag wollten wir noch einmal an die Orte, die uns besonders zugesagt hatten. Dazu gehörte u.a. natürlich Schloss Schönhagen mit seiner wunderschönen Küste. Und wir nahmen Abschied von Kappeln, das uns als sehr gastfreundlich erschien. In welcher Stadt Deutschlands kann man noch kostenlos parken? Hier ging das. Dass das Wetter so phantastisch mitgespielt hat und die Landschaft und die Orte in eine Bilderbuchlandschaft getaucht hat, kommt noch dazu.
Auf jeden Fall hat es dort sogar meinem zunächst skeptischen Mann sehr gut dort gefallen. Und was kann es Besseres geben, als dass alle Beteiligten zufrieden sind?
Es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir unseren Urlaub in Schleswig-Holstein verbracht haben.
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