Fiss im Februar 2007
Wir fahren seit 1983 immer wieder nach Fiss. Meistens waren wir dort im Winter. Wenn wir an Fiss denken, sehen wir vor unserem geistigen Auge die Schnee bedeckten Berge, den Ort weiß beschneit, tiefblauen Himmel, vielleicht mit ein paar wenigen Wölkchen, die der Fotograf zum fotografieren so gerne mag, und die warme, strahlende Sonne. Die Sehnsucht zur Rückkehr in den kleinen Ort in Tirol war nun schon lange in uns. Sie begann mit Sicherheit bereits beim letzten Abschied von den Bergen im Sommer 2003. Nun endlich konnten wir uns wieder auf den Weg Richtung Süden machen.
Die Autobahnen Richtung Süden waren zum Glück nicht überfüllt, obwohl wir entgegen der früheren Jahre nun an einem Samstag anreisen mussten. Aber der uns entgegenkommende Strom von abreisenden Urlaubern riss vom Allgäu an nicht ab. Deshalb entschlossen wir uns auch zum ersten Mal ein Maut-“Pickerl“ zu kaufen, damit wir grundsätzlich auch die Autobahnen benutzen konnten. Das hatten wir all die Jahre vermieden, waren immer über den Fernpass ins Inntal Richtung Landeck gefahren, auf der Landstraße parallel zur Autobahn. Doch nun hatten wohl auch andere Reisende den Trick raus, und die Fahrt auf dieser Straße wurde langsamer und langsamer.
Nun fuhren wir zum ersten Mal durch den vor Landeck angelegten Tunnel und waren begeistert, nicht mehr durch den halben Ort kurven zu müssen. Es ging einfach alles viel schneller. Im Inntal sah die Landschaft zunächst nicht winterlich aus. Die Sonne hatte schon frühlinghafte Wärme gespendet und das Inntal erschien braun und grün. Doch wir wussten, wenn wir die Serpentinen nach Fiss hochfahren würden, könnten wir den Schnee sehen. Und so war es auch. Die Straßen waren geräumt, und der Schnee glänzte auf den Gipfeln und Hängen der Berge.
Wie immer wurden wir herzlich von unserer Gastfamilie Wachter empfangen. Da hatte sich nichts geändert. Doch der Ort hatte in den letzten Jahren eine große Veränderung erfahren. Wo früher einmal einfache Sessellifte die Menschen auf die Berge brachte, gab es nun Gondeln. Dadurch kam es gar nicht mehr zum langen Anstehen, was früher oft der Fall war. Und die Verbindung zwischen Fiss und Serfaus war auf glänzende Weise gelöst worden.
Wir waren allerdings nicht zum Skifahren, sondern zum Wandern nach Fiss gekommen. Und da gab es u.a. die Möglichkeit, während der Zeit von einer Woche eine Karte für drei Tage für die Bergbahnen zu kaufen. Wir erstanden eine. Wann wir sie nutzen wollten, stand uns frei. Wir hätten an diesen Tagen von morgens bis abends damit fahren können, immer hin und her zwischen Ladis, Fiss und Serfaus. Und da gibt es eine Menge Bahnen, die zumeist die Skifahrer vom Tal zu den Mittelstationen, von den Mittelstationen auf die verschiedenen Gipfel bringt.
Aber da wir ja nicht nur „gondeln“ sondern wandern wollten, setzten wir die Fahrten natürlich gezielt ein. So eröffnete sich für uns durch die Karte die Möglichkeit, bis zur Möseralm zu fahren und dann den „Genussweg“, der ganz neu angelegt war, in Richtung Serfaus bis zum „Kölnerhaus“ zu gehen. Diesen Weg genossen wir bei strahlendem Sonnenschein und rundherum dickem Schnee. Wir legten uns auf die unterwegs aufgestellten Liegen, saßen auf massiven Holzbänken an ebensolchen Tischen und erfreuten uns an der herrlichen Berglandschaft. Bei der Überquerung der ca. sieben Pisten musste man etwas aufpassen, aber da man uns ja gut sehen konnte, war auch das kein Problem.
Einen weiteren Spazierweg hat man Richtung Serfaus angelegt, parallel zur Straße. Auch dort gibt es Bänke und Tische und sogar Straßenlaternen. Der Weg führt bis zum Parkplatz vor der Serfauser Dorfbahn, einer U-Bahn, die angelegt wurde, damit der Ort nicht mit Fahrzeugen überfüllt würde.
Und dann wollten wir auch wieder mal auf einem der schönen Wege, die in Richtung Ladis führen, wandern. Der Weg führt eine ganze Zeit durch einen Wald. Wenn man dann den Serpentinenweg hinunter geht, liegt wieder einmal die atemberaubende Schönheit der Berge direkt vor unseren Augen und man kann sich kaum satt sehen. Doch irgendwann muss man sich losreißen und weiter nach unten marschieren. An der Talstation sahen wir, dass einige Geschäfte und Restaurants dort, wie in Fiss auch, neu gebaut hatten. Was noch wie früher war, war die Burg Laudegg, die weiterhin stolz den Ort überragend ins Inntal schaut, und der See, auf dem man leider nicht mehr Schlittschuh fahren konnte, weil auch dort die Sonne das Eis zu stark aufgetaut hatte.
Wir haben in der einen Woche wieder viel gesehen. Der Kurzurlaub hat uns gut getan und wir haben uns gut erholt.
Für die Rückfahrt entschlossen wir uns zu einer Fahrt in Richtung Arlbergtunnel. In den Verkehrsnachrichten warnte man jedoch vor langen Staus. Auf den Rat unseres Pensionswirts fuhren wir vor dem Tunnel über den wunderschön gelegenen Arlbergpass und umkurvten so das Nadelöhr. Vor Bregenz wichen wir dem Pfändertunnel aus, indem wir eine andere Strecke wählten und fuhren gut damit. Mit einigen Pausen waren wir nach achteinhalb Stunden wieder zu Hause.
Aber die Bilder der wunderschönen Landschaft sind nicht nur auf einer CD gespeichert, sie sind und bleiben in unseren Herzen.
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